Sultanat Oman

Im Weihrauchland – die Provinz Dhofar im Süden des Oman

Altstadt

Schulstunde in Salalah
Mr. Mahmud fühlt sich offenbar nicht ganz wohl in seiner Haut. Es ist für ihn eine neue, unbekannte Situation, hier in Salalah, im Süden, in der Provinz, 1.000 km von Muscat entfernt. Ja, Touristen kommen schon in diese Region, aber sie interessieren sich für die Weihrauchbäume, die Ruinen von Sumharam (UNESCO Weltkulturerbe), wo der Palast der legendären Königin von Saba gewesen sein soll, und den herrlichen Strand, aber doch nicht für die Schule, deren Direktor Mr. Mahmud ist.
Die Lehrer in den verschiedenen Klassenzimmern sind da anders, sie freuen sich über unseren Besuch, sie sind stolz auf ihre Klassen, auf das Wissen, welches sie vermitteln, und auf die Disziplin, die sie üben. Sie haben nichts dagegen - ganz im Gegenteil -, dass wir mit ihren Schülern sprechen bzw. Kontakt aufnehmen, dass wir sie beim Unterrichten beobachten, dass wir fotografieren.
Aber Mr. Mahmud ist eher froh, als wir wieder gegangen sind. Höflich hat er uns in seinem Büro empfangen, geduldig unsere Fragen zum Schulsystem im Allgemeinen und zu seiner Schule im Speziellen beantwortet. Wieso interessiert die Ausländer ausgerechnet seine Schule?

Der „göttliche“ Baum
Der Weihrauchbaum ist schon ein ganz besonderer Baum: Als wir den Bauer und seinen Sohn an der gebirgigen Straße Richtung Jemen treffen, ahnen wir noch nicht, wie faszinierend und fremd die Produktion von Weihrauch ist. Der Baum, von unserem Bauer auch „göttlich“ genannt, steht als Einzelgänger in der kargen Felslandschaft. Wie er sich fortpflanzt, scheint ein Rätsel zu sein, kultivieren lässt er sich nicht, unter solchen Versuchen hat bisher immer die Qualität des Weihrauchs gelitten.
Der Bauer zeigt uns, wie der Baum angeritzt wird, wie das Harz fließt, aus dem sich später die Weihrauchkörner entwickeln. Zunächst ist das Harz noch weich, aber zäh. Zu unserem Erstaunen lädt uns der Bauer ein, einen solchen Harzkern zu kauen. Er schmeckt aromatisch, ist von der Konsistenz ähnlich wie Kaugummi, aber sehr klebrig.
Die bizarren Bäume stehen in einer einmaligen, trockenen Landschaft, jeder sieht aus wie eine Skulptur, von einem unbekannten Künstler geschaffen. Wunderbare Fotomotive vor einem stahlblauen Himmel!
Und der größte Kunde für den besten Weihrauch in diesem islamischen Land ist der Vatikan.

Weihrauch ist schon seit Jahrtausenden ein teures und begehrtes Handelsprodukt, das für kultische Zwecke oder in den Palästen weltlicher Herrscher gebraucht wurde. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass man Ruinen von alten Hafenstädten gefunden hat. Die wichtigsten sind sicher die Ruinen von Sumharam / Khor Rori, auf einer Anhöhe gelegen, an einer Flussmündung mit einem idealen Naturhafen. Ob die Königin von Saba hier gelebt hat, ist noch nicht bewiesen und ob das italienische Archäologen-Team mit seinen lokalen Helfern das Rätsel lösen wird, bleibt abzuwarten. Überrascht waren wir über die Aktivität, die hier trotz der prallen Sonne herrschte. Selten erlebt man eine Ausgrabungsstätte, wo so viel los ist. Und die Ausgrabungsleiterin zeigt sich unverhohlen stolz, dass sie hier in diesem UNESCO Weltkulturerbe den Ton angeben darf.

Muscat

Royal Opera House

Nur wenige Tage ist das prächtige Opernhaus in Muscat eröffnet, als wir dort „Giselle“ erleben dürfen, eine Ballettaufführung der Scala Mailand. Das erste Opernhaus im Mittleren Osten ist von den Ausmaßen gigantisch, von der Ausstattung opulent, und ambitioniert, was das Programm betrifft. Ohne eigenes Ensemble holt man die weltweit besten Künstler, Orchester und Kompanien dorthin, um großes Theater zu zeigen.

Das Publikum ist gemischt - nicht nur die in Muscat ansässigen Ausländer, sondern auch Einheimische mit arabischem Outfit. Die Ballettkompanie der Scala garantiert für die Qualität der Aufführung, so ist es ein kultureller Genuss an einem Ort, der einem nicht unbedingt sofort im Zusammenhang mit Oper einfällt.

Aber man wird sich Muscat merken müssen. Das Konzept scheint stimmig zu sein und die neue Oper kann sich durchaus zum Publikumsmagnet für eine neue Reiseklientel entwickeln.

 

Musandam

Fjord-Landschaft

Die Straße von Hormus taucht immer wieder in den Schlagzeilen der Medien auf. Man berichtet dann darüber, dass an dieser wichtigen Wasserstraße auf der einen Seite der Iran und auf der anderen der Oman liegen. Leider wird nie erwähnt, welches landschaftliche Kleinod die omanische Halbinsel Musandam darstellt.

Eine gebirgige, karge Landschaft, deren schroffe Felsen steil in das klare, blaue Wasser stürzen, fast vollständig unbewohnt, zerklüftet von Fjorden, die an Norwegen erinnern. Man ahnt beim Anflug auf die kleine „Hauptstadt“ der Exklave, Khasab, dass es hier hervorragende Tauchgründe geben muss.

Für alle Sinne

An der Ostküste, jenseits des Gebirges, liegt ein sensationelles Hotel: Das „Six Senses Zighy Bay“. Geschützt von hohen Bergen, in einer Bucht, in der es sonst nur das kleine Dorf Zighy gibt, liegt das Resort direkt am weitläufigen Strand. Wir fahren mit dem Jeep die steile Bergstraße herauf, und von oben haben wir dann, bevor es in steilen Kurven wieder bergab geht, einen atemberaubenden Blick über die gesamte Bucht. Die Hotelanlage fällt zunächst nur durch die vielen Palmen auf, farblich unterscheiden sich die Villen kaum vom umliegenden Felsgestein. Die Überraschung erfolgt nach der Ankunft: Die Villen aus grauem Stein entpuppen sich im Inneren als äußerst großzügig und luxuriös. Jede hat einen kleinen Pool, einen Innenhof mit arabischer Sitzecke, eine Terrasse, ein großzügiges Wohnzimmer, ein großes Schlafzimmer mit Bad sowie Innen- und Außendusche.
Wir fühlen uns sofort sehr wohl. Die Philosophie der Six Senses Resorts, eine Ferienanlage mit allen Sinnen zu entdecken, fasziniert, dazu ein perfekter, dezenter Service - ein idealer Platz zum Erholen am Meer.

M. Kumor, Juni 2012


Haben Sie Interesse an der Reise "Reiseziel Sultanat Oman - Weihrauch, Wüste, Wadi & Badeurlaub"?

Rufen Sie uns unter der Telefonnummer 02159 - 2077 an oder nutzen Sie das folgende Formular.
Gerne stellen wir Ihnen eine maßgeschneiderte Privatreise zusammen oder informieren Sie über unsere aktuellen Gruppenreisen.

 

 

 







Zurück